Die kalte Jahreszeit – eine Herausforderung für Angehörige und Bestatter

Grabschmuck, mit Frost überzogen

Wenn die Temperaturen sinken, stehen Trauernde vor großen Herausforderungen. Und dies nicht nur, weil in die Winterzeit zahlreiche Familienfeste und Gedenktage fallen. Auch bei der Grabpflege gilt es in der kalten Jahreszeit einiges zu beachten. Was das ist und warum der Beruf eines Bestatters bei Eis und Kälte besonders anspruchsvoll ist, erklärt das Bestattungsinstitut Joachim Männer.

Beisetzungen im Winter sind mit Schwierigkeiten verbunden

Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, kann das Ausheben einer Grabstätte schon mal länger dauern. Bei normalen Wintern reicht der Frost meist nicht so tief, sodass der Grabbagger ausreicht. Mitunter kommen auch Spitzhacke oder gar Motorflex und Presslufthammer zum Einsatz! Ist der Winter einmal härter und der Frost hartnäckiger, dauert das Prozedere oft doppelt so lange.

Das größere Problem stellt jedoch das Wiederbefüllen des ausgehobenen Grabes dar. Gefrorene Erdklumpen hinterlassen oft eine grobklumpige Erdstruktur, da sie sich nicht so gut verdichten wie lockere Erde. Herrschen dann wieder mildere Temperaturen, kann es dazu kommen, dass die Grabanlage deutlich absackt. Aus diesem Grund wird die Frostschicht häufig gar nicht erst wieder mit in die Grube gegeben.

Übrigens: Schnee ist für die Arbeit eines Bestatters gar nicht so schlimm wie etwa Kahlfrost, denn Schnee isoliert den Boden sogar.

Bestatter sind allzeit vorbereitet

Sind die Witterungsbedingungen einmal besonders extrem, ist Vorbereitung alles. Denn mancherorts werden auf Friedhöfen in weiser Voraussicht vor Einsetzen des Frostes Gräber „auf Vorrat“ ausgehoben und beispielsweise mit Stahlplatten abgedeckt. Eine Vorkehrung, die notwendig ist, denn immerhin sind die Wintermonate – genauer der Januar und Februar – jene mit der höchsten Sterberate. Hauptursache für diese Tatsache ist schlicht das Wetter in Verbindung mit einem vergleichsweise geschwächten Organismus.

Interessant: Auch wenn viele Menschen denken, dass im Winter die Todeszahl durch Unfälle stark ansteigt, ist dies nicht der Fall. Bei Eis und Kälte geht die Zahl der Verkehrstoten sogar zurück! Vielmehr erhöhen extreme Wetterlagen das Herzinfarktrisiko und auch Atemwegserkrankungen nehmen zu.

Ungewöhnliche Maßnahmen

Ungewöhnliches Wetter fordert ungewöhnliche Maßnahmen. Nun nimmt die kalte Jahreszeit gerade bei uns selten sibirische Dimensionen an, wie das etwa im Extrem-Winter 2012 der Fall war. Doch bei strengen Minusgraden hat schon so manches Bestattungsinstitut sehr kreativ werden müssen.

Nicht nur Gasbrenner kommen deshalb ab und an zum Einsatz, um den Boden vor der Bearbeitung aufzutauen. Mancherorts wird über einem gefrorenen Grabplatz gar ein Feuer entzündet und eine Haube über die Glut gestülpt, bis der darunter liegende Boden schmilzt. Doch egal, wie kalt es über die vergangenen Jahre auch war – bisher musste noch keine Beisetzung aufgrund des Frostes verschoben werden. Denn Bestatter und Friedhofsangestellte sind auf derlei Situationen vorbereitet.

Erstaunlich: Gerade in Bergdörfern war es früher meist nicht möglich, die Verstorbenen zu bestatten. Mancherorts wurden sie deshalb bis ins Frühjahr im Schnee begraben.

Grabgestaltung im Winter – auch eine Herausforderung

Noch ist kaum Schnee gefallen – für etwaige Wintervorbereitungen ist also noch Zeit. Denn ein Grab sollte auf die kalten Temperaturen und den Frost vorbereitet werden. Da mit dem Einsetzen des Bodenfrostes nicht mehr umgegraben werden kann, ist es ratsam, rechtzeitig letzte Vorbereitungen zu treffen: die Erde muss erneuert und auch sämtliche verblühte Pflanzen sollten entfernt werden.

Häufig werden Grabstellen im Winter mit Tannengrün oder Bodendeckern und kleinen Zweigen bedeckt, um den Platz vor Kälte und Wind zu schützen. Hierfür eignen sich Zweige der Tanne, Fichte oder Zypresse wunderbar. Auch Kränze oder Gestecke aus getrockneten Pflanzen können das Grab erstrahlen lassen. Robuste Gewächse wie Moose und Zapfen in Kombination mit Beeren sind hier häufig anzutreffen.

Tipp: Auch einige Blumengewächse können Eis und Schnee überleben, wenn sie als Jungpflanze bereits im Herbst eingesetzt worden sind – so auch die Winterheide oder die Christrose.

Sie haben Fragen zur Arbeit eines Bestatters oder zu Beisetzungen im Allgemeinen? Dann nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt zum Bestattungsinstitut Joachim Männer auf.